Vereinfachte Arbeitsabläufe
Mit der Installation eines kollaborativen Roboters MBO/Komori CoBo-Stack 10i hat die HS Industriehandel und Service eine Punktlandung in der Weiterverarbeitung der Rautenberg Druck im ostfriesischen Leer hingelegt. Das System erledigt schließlich eine der eher unbeliebten Aufgaben in der Weiterverarbeitung: Es nimmt die fertigen Stapel von der Auslage einer Maschine auf und setzt sie präzise auf Paletten ab.
Entlasten – nicht ersetzen
„Wir haben von Anfang an gesagt, wir wollen ein System, das unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entlastet, aber niemanden ersetzt“, begründet Geschäftsleiter Tobias Hoffmann die Investition, die 300 Stapel à sechs bis acht Kilo pro Stunde aufnehmen und abladen kann.
Dabei kann der CoBo-Stack 10i auf beiden Seiten mit Paletten bestückt werden: Während eine Palette beladen wird, lässt sich die volle Palette auf der anderen Seite entnehmen und durch eine leere ersetzen. So kann die Produktion nahezu ohne Unterbrechung weiterlaufen. Bei Rautenberg kommt das System an zwei Falzmaschinen zum Einsatz.
„Der CoBo-Stack 10i basiert auf einem so genannten kollaborierenden Roboter und benötigt deshalb keinen Schutzkäfig“, erläutert Holger Selzer, Geschäftsführer der HS Industriehandel und Service. Ein unbeabsichtigter Kontakt führt damit nicht gleich zu einem Stillstand der Produktion, im schlimmsten Fall gibt es einen kleinen Stupser.
Das macht den CoBo-Stack nicht nur sicher, sondern auch ausgesprochen platzsparend und flexibel in der Weiterverarbeitung. Die Bedienung erfolgt über eine MBO M1-Steuerung mit Touchscreen, die eine intuitive und übersichtliche Handhabung ermöglicht.
Breites Portfolio für die Druckweiterverarbeitung
Das hanseatische Unternehmen HS Industriehandel und Service ist indirekt aus der insolventen Helmar Schmidt hervorgegangen. Holger Selzer hat für den Handel- und Servicedienstleister zuvor gearbeitet und wurde von der Insolvenz kalt erwischt. Nach einem ersten Schock reifte in ihm die Idee, etwas Neues auf die Beine zu stellen: „Ich habe natürlich auch mit meinen Kollegen gesprochen. Aber viel wichtiger war, dass ALLE unsere Partner meine Idee und das neue Unternehmen unterstützt haben.“ Jetzt sind sie also ein Sechser-Team sowie zwei Teilzeitkräfte. Das liegt inzwischen anderthalb Jahre in der Vergangenheit. Mittlerweile hat sich das Hamburger Unternehmen mit einem breiten Portfolio an Neu- und Gebrauchtmaschinen für die Druckweiterverarbeitung etabliert: Mit Marken wie zum Beispiel Wohlenberg, Baumann, Bograma, MKW, Perfecta, H+H/Komori, MBO/Komori, Staper Europe sowie Theisen & Bonitz ist das Handels- und Serviceunternehmen in allen Feldern gut aufgestellt. Aktiv ist das Team primär im Norden, „dort liegen unsere Wurzeln, aber auch in Berlin und Brandenburg sind wir unterwegs“, so Holger Selzer.
Umfassendes Servicepaket
Neuerdings gehören auch einige Druckhäuser in Hessen zum Kundenkreis. Flankiert wird der Maschi-nenhandel durch ein umfassendes Servicepaket: Werksausgebildete Techniker übernehmen die fach-gerechte Montage, regelmäßige Wartung und den umfassenden After-Sales-Service.
Zum Leistungsangebot gehören zudem gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitsüberprüfungen wie die alle drei Jahre anfallende Prüfung von Schneidemaschinen durch die Berufsgenossenschaft. Abgerundet wird das Programm durch spezialisierte Technik wie elektrostatische Systeme zur Messung, Beseitigung und Erzeugung von Ladungen.
Holger Selzer war 18 Jahre lang Industriebuchbinder in einem Großbetrieb und kennt die Anwenderseite aus der täglichen Praxis. Dass er mal unter die Händler gehen würde, ergab sich eher durch einen Zufall, als er an die See zog und ein Angebot bekam, das seinen Erfahrungshorizont deutlich erweiterte. „Ich musste meinen Buchbinderblick ablegen und mich mit allen Paletten des Drucks auseinandersetzen.“ Nach einem Gastspiel in einem fachfremden Metier, er arbeitete für ein Unternehmen, das industrielle Röntgensysteme anbot, merkte er schnell, dass ihm die Druckbranche fehlte, weil das Herz eben doch genau daran hängt.
Nach stressigen ersten Monaten mit dem eigenen Unternehmen hat sich eben dieser Stress gelegt. Und dass mit einer Installation wie der in Leer inzwischen auch so etwas wie der normale Alltag eingezogen ist, ist nicht unbedingt negativ zu bewerten. „Es nimmt die Anspannung und es ist einfach schön zu sehen, wenn ein Projekt am Ende alle Seiten rundum zufriedenstellt.“
Die CoBo-Installation hat die Arbeit in Leer nicht umgekrempelt, sie hat aber die Arbeit in einem konkreten Einsatzgebiet deutlich vereinfacht. Und genau dafür wurde sie geordert.
Rautenberg Druck
www.rautenberg-druck.de
HS Industriehandel und Service
www.hs-ihs.de
Quelle: Grafische Palette 4/26
